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Brandschutz für den KI-Supercomputer

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Brandschutz für den KI-Supercomputer
Brandschutz für den KI-Supercomputer

Brandschutz für den AI-Supercomputer „ PHOENIQS “

Ein Supercomputer schläft nie. Er läuft rund um die Uhr, erzeugt extrem viel Abwärme und stellt einen enormen Vermögenswert dar – Bedingungen, die ganz andere Anforderungen an den Brandschutz stellen als bei einem herkömmlichen Bürogebäude. Der Innovationscampus „ uptownBasel “ beherbergt eine der leistungsstärksten KI-Infrastrukturen der Schweiz: den „ PHOENIQS “ AI-Supercomputer. Dass eine solche Anlage ein maßgeschneidertes Brandschutzkonzept erfordert, versteht sich von selbst – wie dieses Konzept aussieht und was es so besonders macht, erklärt Stefan Bühlmann.

Bühlmann ist zertifizierter Brandschutzexperte (VKF) und Spezialist für Brandmeldeanlagen, zertifiziert nach den Richtlinien des Verbands der kantonalen Feuerversicherer (VKF), dem maßgeblichen Standard für den Brandschutz in der Schweiz. Über sein Unternehmen, die safetyfocus GmbH Brandschutz (Diegten, gegründet 2014), betreut er ein breites Spektrum an Projekten – von kleinen Gebäuden über Gewerbe- und Industrieimmobilien bis hin zu komplexen gemischt genutzten Bauvorhaben. Der Umfang und das Tempo des „ uptownBasel “-Projekts veranlassten ihn unter anderem dazu, ein zusätzliches Büro direkt vor Ort einzurichten, damit bei Bedarf stets jemand auf dem Campus zur Verfügung steht. Bei „ uptownBasel “ ist Bühlmann persönlich für das Brandschutzkonzept verantwortlich – und zwar für das gesamte Gelände, nicht nur für den Supercomputer.

Der Mensch steht immer an erster Stelle

Das Brandschutzgesetz legt seine Prioritäten eindeutig fest: Menschen müssen sich zuerst in Sicherheit bringen können, der Schutz von Sachwerten steht an zweiter Stelle.

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„Menschen müssen flüchten können – das ist eine gesetzliche Vorgabe“ — Stefan Bühlmann, safetyfocus GmbH

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Beim KI-Supercomputer „ PHOENIQS “ wurde jedoch schnell klar, dass ein Mindestschutz nicht ausreichen würde. Der Vermögenswert des Systems ist enorm – ein Brand, der sich unter Einhaltung der gesetzlichen Mindestanforderungen ausbreiten könnte, hätte katastrophale finanzielle Folgen. Daher wurde von Anfang an ein erweitertes Schutzkonzept entwickelt: Früherkennung, automatische Rauch- und Wärmemessung sowie ein Stickstoff-Löschsystem, das im Brandfall den Sauerstoff verdrängt, ohne Rückstände zu hinterlassen.

Brandgefahren: Hitze, Elektrizität und Kühlung

Die Brandrisiken eines Supercomputers unterscheiden sich grundlegend von denen eines gewöhnlichen Gebäudes. Laut Bühlmann sind sie weniger auf die typische Gebäudenutzung zurückzuführen als vielmehr auf Hochstromlasten, Stromversorgungen, Dauerbelastung und Steckverbindungen, die sich unter Last erhitzen, Funken bilden und deren Isolierung schmelzen kann.

Die Kühlung ist besonders kritisch: Im Keller befindet sich eine große Kühleinheit, die den Supercomputer mit Kühlluft versorgt. Fällt diese aus, entsteht im System extreme Abwärme – Temperaturen von über 100 Grad Celsius sind möglich. Bei solchen Temperaturen kann ein Brand auch ohne offene Flamme entstehen. Die Überwachung des Kühlsystems läuft daher kontinuierlich – dafür ist „ PHOENIQS “ oder ein von ihnen beauftragtes Unternehmen zuständig. Bühlmann macht einen klaren Unterschied: Das ist der Betrieb, nicht der Brandschutz. Seine Aufgabe ist es, zu verhindern, dass sich ein Brand ausbreitet – sollte es überhaupt zu einem kommen.

Zweistufige Früherkennung und Stickstoffunterdrückung

Ein Rohrleitungssystem verläuft durch den Raum, saugt kontinuierlich Luft an und untersucht diese auf kleinste Rauchpartikel – präzise kalibriert, um selbst geringste Konzentrationen zu erkennen. Bei Auslösung wird sofort eine Meldung an die Feuerwehr gesendet. Das Löschsystem selbst wird jedoch erst aktiviert, wenn ein zweiter, unabhängiger Melder ebenfalls Alarm auslöst – entweder ein weiteres rohrbasiertes Ansaugsystem oder ein herkömmlicher Rauchmelder an der Decke oder im Doppelboden.

©safetyfocus GmbH – Abdichtung von Lüftungsanlagen

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„Es sind immer zwei unabhängige Auslöser erforderlich, um das Unterdrückungssystem zu aktivieren.“ — Stefan Bühlmann, safetyfocus GmbH

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Wenn einer der Brandmelder anspricht, wird die Belüftung abgeschaltet und die Türen schließen sich automatisch. Beim zweiten Brandalarm wird das Stickstoff-Löschsystem aktiviert. Die Kühlung läuft bewusst weiter: Sie steht in keinem Zusammenhang mit dem Brand und wirkt sich, wenn überhaupt, positiv aus, indem sie den Raum weiter kühlt, so Bühlmann.

Zugang für die Feuerwehr – auch nachts

Eine der zentralen Herausforderungen bei der Planung ist die Zugänglichkeit: Die Feuerwehr muss jederzeit Zugang zu den gesicherten Räumen haben – auch nachts und am Wochenende, ohne dass ein Mitarbeiter des Betreibers vor Ort ist. Gleichzeitig sind die Räume vor Einbrüchen geschützt. Die Lösung ist ein Schlüsselsafe, ein sogenannter „Shark-Zylinder“, in dem die Feuerwehr einen Hauptschlüssel hinterlegt hat, der ihr Zugang zu allen relevanten Räumen gewährt.

@safetyfocus GmbH – Feuerlöschbatterie

Supercomputer und Quantencomputer: getrennte Brandabschnitte

Das Brandschutzkonzept für den Supercomputer und den Quantencomputer ist vom Aufbau her ähnlich, doch die Bereiche sind räumlich klar voneinander getrennt. Zwischen den beiden Systemen liegen mehrere Räume mit einer Feuerwiderstandsdauer von 30 Minuten – im Brandfall, so Bühlmann, würde es fast 90 Minuten dauern, bis das Feuer den anderen Bereich erreicht. Im Ernstfall wird das gesamte Gebäude evakuiert: Der Schutz der Menschen hat stets Vorrang.

Wartung, Prüfung und kontinuierliche Überwachung

Alle Komponenten werden regelmäßig einzeln geprüft, gefolgt von einem integrierten Gesamttest – Auslösen der Melder, Abschalten der Lüftung, Schließen der Türen, Aktivieren der Löschanlage. Der letzte derartige Test fand an einem Samstag statt, unter Beteiligung aller betroffenen Gewerke: Lüftung, Elektrik, Sicherheitsbeauftragte und Auftragnehmer. Solche umfassenden Tests finden mindestens alle vier Jahre statt; Brandschutztüren werden jährlich überprüft.

Da Bühlmann selbst so oft vor Ort ist, ergibt sich im laufenden Betrieb ganz von selbst ein zusätzliches Vier-Augen-Prinzip. Bei Renovierungsarbeiten wird er stets hinzugezogen, um sicherzustellen, dass das Konzept auf dem neuesten Stand bleibt.

Gemischt genutzte Flächen als größte Herausforderung

Die größte Herausforderung auf dem Gelände ist laut Bühlmann die gemischte Nutzung: Büroräume mit hoher Belegung auf der einen Seite, Technikräume mit wenig Personal, aber hohem Vermögenswert auf der anderen. Jeder Bereich erfordert ein individuelles, maßgeschneidertes Schutzkonzept – eine Komplexität, die den „ uptownBasel “ insbesondere als Campus für Unternehmen aus den Bereichen DeepTech, MedTech und Innovation auszeichnet.

Bühlmann betrachtet den Brandschutz aus technischer Perspektive – sein Interesse gilt der Prävention, nicht der Brandbekämpfung.

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„Im Idealfall bricht gar kein Feuer erst einmal aus.“ Stefan Bühlmann, safetyfocus GmbH

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Die Tatsache, dass „ uptownBasel “ Sicherheit von Anfang an berücksichtigt und in die entsprechende Infrastruktur investiert, ist seiner Ansicht nach keine Selbstverständlichkeit – sondern vielmehr die Grundlage, die solche Konzepte überhaupt erst realisierbar macht.

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